Transit, Russenzirkus und Internationale

Eigentlich ist die Karl-Marx-Allee ein Unort. Mancher ansässige Geschäftsmann hält die Karl-Marx-Allee gar für tot. Andere setzen neue Hoffnung in die zukünftige Entwicklung der einstigen Prachtstraße. Einstweilen bleiben die Fußwege leer. Ein Besuch mit der Kamera in einer der schönsten Straßen Berlins.

Das Kino International an der Karl-Marx-Allee in Berlin.

Das architektonische Schmuckstück "Kino International" bildet den Eingang zur ehemaligen Paradestraße Ost-Berlins.


Eigentlich ist die Karl-Marx-Allee ein Unort. Mancher ansässige Geschäftsmann hält die Karl-Marx-Allee gar für tot. Mit Einzelhandel ist an der Straße nichts zu wollen. Andere setzen neue Hoffnung in die zukünftige Entwicklung der einstigen Prachtstraße. Seit Ende der 90er Jahre wurde ein großer Teil der neoklassizistischen “Stalinbauten” saniert. Die mit der Neubelebung der Straße beauftragte Stadtplanungsagentur sieht die Zukunft der Karl-Marx-Allee in Kunst und Kultur. Ein berufsbedingter Optimismus, der nicht ohne Folgen für die Bewohner und Bewohnerinnen bleiben dürfte. Die altgewordene sozialistische Avantgarde macht nach und nach Platz für neue, jüngere Mieter. Die Wohnungen sind heiß begehrt. Einstweilen bleiben die Fußwege weitgehend leer. Bis zum Frankfurter Tor reichen die einstigen Arbeiterpaläste. Dahinter beginnen wieder die Altbauten Berlins und endet eine Ära.

Das Kino International in der Berliner Karl-Marx-Allee. Aufnahme von links.

Das 1963 erbaute DDR-Premierenkino gehört heute zur York-Gruppe.

Blick auf das Berliner Café "Moskau" mit Litfaßsäule.

Das ehemalige HO-Restaurant Café "Moskau" dient heute als Tagungs- und Event- Location.

Blick von der Ecke Karl-Marx-Allee/Koppenstr. in Richtung Frankfurter Tor. Radfahrer auf dem Radweg fahren in dieselbe Richtung. Eine Radfahrerin kommt aus der Koppenstr. und scherrt ein.

Radfahrer nutzen die Karl-Marx-Allee gern als schnelle Innenstadt-Verbindung zwischen Mitte und Friedrichshain.

Fahrender BVG-Bus im Kreisverkehr am Straußberger Platz vor dem zentralen Springbrunnen.

Der totale Transit. 70 Tausend Kraftfahrzeuge rollen täglich über diesen Abschnitt der Bundesstraße B1.

Ein BVG-Bus hat den Springbrunnen am Straußberger Platz passiert und gibt den Blick frei.

Hin und wieder gibt der Verkehr den Blick frei auf die Sehenswürdigkeiten entlang der ehemaligen sozialistischen Prachtstraße.

Parkbänke am Straußberger Platz. Zwei Personen ruhen sich aus. Im Vordergrund ein Berliner Bär.

Die großzügige Freiflächengestaltung rund um den Straußberger Platz lädt zum Verweilen ein.

Radfahrer am Straußberger Platz im Gegenlicht am späten Nachmittag. Blick in Richtung Alexanderplatz. Die Sonne steht knapp über der Spitze des Fernsehturms.

Wer ausharrt, wird mit Momenten urbaner Romantik belohnt.

Drei arabisch-stämmige Berliner in Sesseln vor "Tony's Lounge" beim Shisharauchen. Darunter auch der Besitzer des Cafés.

Arabische Cafés und Shisha-Bars sind entlang der Karl-Marx-Allee eher eine Rarität.

Der Eingang des orientalischen Cafés "Tony's Lounge" in der Karl-Marx-Allee.

Dieses grenzt an einen Amüsierbetrieb.

Ein rotes Bobby-Car vor einem leeren Park. Im Hintergrund das Haus der Kindheit an der Karl-Marx-Allee in Berlin.

Das "Haus des Kindes" im Hintergrund ist nur dem Namen nach ein Ort zum Spielen.

Eine Frau passiert ein Wohnhaus an der Karl-Marx-Allee. Im Hintergund trainieren zwei Jugendliche Breakdance zwischen den Säulen des Hauseingangs.

Jugendliche nutzen den Freiraum für ihr Tanztraining.

Blick über die Karl-Marx-Allee auf die andere Straßenseite. Im Hintergrund die Ladenzeilen. Vorne Passanten, daneben ein Werbeplakat mit der Aufschrift "Dikatur der Kunst".

Die hohen Fassaden zu beiden Seiten der ehemaligen Stalin-Allee lassen Passanten zu Statisten werden.

Werbeanhänger des Möbelfachgeschäftes Bo-Concept auf mittleren Parkstreifen der Karl-Marx-Allee. Im Hintergrund das Haus des Kindes.

Nach und nach weicht alles Sozialistische auf. Die repräsentative Ladenfläche im Erdgeschoss des "Haus des Kindes" nutzt heute ein Luxus-Möbel-Geschäft.

Frontalansicht des Café Sibylle in der Berliner Karl-Marx-Allee. Im Vordergrund ein Radfahrer in voller Fahrt.

Zwischen Gemütlichkeit und sachlicher Strenge. Das traditionsreiche Café Sibylle ist heute Kulturraum und Restaurant einer gemeinnützigen Gesellschaft.

Der Eingang des Computerspiele Museums in der Berliner Karl-Marx-Allee. Ein Radfahrer passiert das Gebäude in voller Fahrt.

Das neueste Kuriosum im Kiez. Das 2011 eröffnete Museum widmet sich ganz der digitalen interaktiven Unterhaltungskultur.

Ein durch Steinwürfe geborstenes Schaufenster zu einem modernen Einrichtungshaus. Im Fenster spiegelt sich der Berliner Fernsehturm genau in einer der Einschlaglöcher. Im Hintergrund liegt ein besticktes Sofakissen mit dem Schriftzug "Love".

Nicht alle teilen die Liebe für die Neuentdeckung der Karl-Marx-Allee.

Plakat des russischen Stattszirkus auf dem mittleren Grünstreife Höhe Weberwiese. Blick Richtung Frankfurter Tor.

So spielt die Geschichte. Der "große Bruder " kehrt zurück, mit Akrobatik und Clownerie

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