Daniel Pilgrim

Otto säuft. Straßensozialarbeit im Magdeburger Domviertel


Der Zankapfel: Die Klosterwiese im Magdeburger Domviertel.
Foto: Wikimedia Commons; I, VollwertBIT

Magdeburg, Juni 2012:   Auf der Klosterwiese trifft sich regelmäßig eine Gruppe von Jugendlichen, um sich zu betrinken. Am Nachmittag sind sie dicht bis unter den Tellerrand, was der übrigen Bevölkerung den Aufenthalt verleidet. Der Verein Street-Art e.V. nimmt sich nun der Situation am Platz an und bezieht Jugend- und Ordnungsamt mit ein. „Wir bräuchten einen eigenen Ort zum trinken“, wünschen sich die Jugendlichen. Jetzt wird Geld organisiert: für Bänke und einen Grillplatz. Kann das den Jugendlichen helfen? Oder ist das Ganze eher eine Schnappsidee?
Ein Hörstück von Kathleen Eder, Christin Schlüter, Anja Föhlisch, Josefin Schlüer und Daniel Pilgrim

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Bleib’ mir bloß weg mit Heim!

Viele Deutsche wollen ihre Angehörigen lieber selbst pflegen. In Berlin bekommen sie zusätzliche Unterstützung von Freiwilligen.

Berlin, 25.03.2011. Irene Krombach hat eigentlich keine Zeit, mit mir zu reden. Sie hat jede Menge Arbeit vor sich und steht unter einem hohen Erwartungsdruck. Dennoch sitzen wir in ihrem kleinen Büro im Berliner Stadtteil Pankow. Der Frühling hat gerade begonnen und die Sonne spiegelt sich im Display ihres Computerbildschirms. Draußen zeigt das Thermometer zum ersten Mal mehr als zehn Grad Celsius. Frühlingsgefühle kommen bei Irene Krombach aber nicht auf. Sie hat Post von der Senatsverwaltung bekommen. Kaum, dass das Projekt begonnen hat, will der Senat Ergebnisse. “Dass man einen Bericht schreiben muss ist klar. Beim Umfang und der Form dessen, was da gefordert wird, empfinde ich Rechtfertigungsdruck. Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich überlegt habe, ob ich die Sachen aus dem Januar auch schon mit reinschreibe. Auch weil man nicht weiß, wie die Projekte in den anderen Bezirken das handhaben”, sagt Krombach. Den Druck lässt sich meine Gesprächspartnerin nicht anmerken. Sie wirkt ruhig und konzentriert, während sie spricht. Ich esse ihre Kekse und höre zu. Am Ende werden wir fast eine Stunde miteinander geredet haben, bevor sie zum nächsten Termin eilt. (weiterlesen…)

„Ey, cool, ey. Kein StattKnast mehr!“

Die im Nachgang zu Buschkowskys Jugendamtsschelte geäußerte Unterstellung, die freien Träger würden sich ihre Mittel selbst bewilligen, schließt nahtlos an die Auseinandersetzungen um die Treberhilfe in 2010 an. Die freien Träger stehen unter großem politischen Druck. Doch die Sozialarbeiter wollen sich dieses Mal wehren.

Berlin, 30. Juni 2011. Der Bezirk Neukölln kündigt auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) 14 Schulstationen und 49 Jugendprojekten ihre Verträge. Fristgemäß zu Ende September und in Abwesenheit der zuständigen Jugendstadträtin Gabriele Vonnekold. Grund für die Kündigungen sei eine deutliche Kostensteigerung bei den Hilfen zur Erziehung (HzE), die drohten, den Haushalt zu gefährden. Die aus dem Urlaub herangeeilte Vonnekold und der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPW) beeilen sich zu erklären, dass die Kostensteigerungen ein Problem in ganz Berlin seien und der Senat diese am Ende des Jahres ausgleiche, da ein Rechtsanspruch auf diese Leistungen bestehe. Die Familienhelferin Charlotte K.* aus Berlin-Reinickendorf sieht das genauso: „Fachlich ist das Vorgehen nicht zu rechtfertigen und auch politisch willkürlich. Das ist Parteipolitik auf Kosten von Hilfebedürftigen.“ (weiterlesen…)

Mehr Qualität für weniger Geld. Das kann nicht aufgehen.

Charlotte K.* ist Familienhelferin in Berlin Reinickendorf bei einem freien Träger. Mit TatOrt Alltag sprach sie über die Vertragskündigungen in der Neuköllner Jugendhilfe. Die Soziale Arbeit sieht sie unter dem permanenten Druck, beim Sparen helfen zu müssen.

Wie ist die Entscheidung der BVV Neukölln, die Jugendamtsmittel einzufrieren und die Verträge zu kündigen, einzuordnen?
Ich finde es ein sehr merkwürdiges Vorgehen. So ist es auch unter den Kollegen diskutiert worden. Allgemein wurde das eher als Wahlkampftaktik von Herrn Buschkowsky bewertet, der ja gerne zu sehr effektheischenden Maßnahmen greift. Fachlich ist das Vorgehen nicht zu rechtfertigen und auch politisch willkürlich. Das ist Parteipolitik auf Kosten von Kindern und Jugendlichen. (weiterlesen…)

Erschienen: November 11th, 2011
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Transit, Russenzirkus und Internationale

Eigentlich ist die Karl-Marx-Allee ein Unort. Mancher ansässige Geschäftsmann hält die Karl-Marx-Allee gar für tot. Andere setzen neue Hoffnung in die zukünftige Entwicklung der einstigen Prachtstraße. Einstweilen bleiben die Fußwege leer. Ein Besuch mit der Kamera in einer der schönsten Straßen Berlins.

Das Kino International an der Karl-Marx-Allee in Berlin.

Das architektonische Schmuckstück "Kino International" bildet den Eingang zur ehemaligen Paradestraße Ost-Berlins.

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