Soziale Arbeit

Otto säuft. Straßensozialarbeit im Magdeburger Domviertel


Der Zankapfel: Die Klosterwiese im Magdeburger Domviertel.
Foto: Wikimedia Commons; I, VollwertBIT

Magdeburg, Juni 2012:   Auf der Klosterwiese trifft sich regelmäßig eine Gruppe von Jugendlichen, um sich zu betrinken. Am Nachmittag sind sie dicht bis unter den Tellerrand, was der übrigen Bevölkerung den Aufenthalt verleidet. Der Verein Street-Art e.V. nimmt sich nun der Situation am Platz an und bezieht Jugend- und Ordnungsamt mit ein. „Wir bräuchten einen eigenen Ort zum trinken“, wünschen sich die Jugendlichen. Jetzt wird Geld organisiert: für Bänke und einen Grillplatz. Kann das den Jugendlichen helfen? Oder ist das Ganze eher eine Schnappsidee?
Ein Hörstück von Kathleen Eder, Christin Schlüter, Anja Föhlisch, Josefin Schlüer und Daniel Pilgrim

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„Ey, cool, ey. Kein StattKnast mehr!“

Die im Nachgang zu Buschkowskys Jugendamtsschelte geäußerte Unterstellung, die freien Träger würden sich ihre Mittel selbst bewilligen, schließt nahtlos an die Auseinandersetzungen um die Treberhilfe in 2010 an. Die freien Träger stehen unter großem politischen Druck. Doch die Sozialarbeiter wollen sich dieses Mal wehren.

Berlin, 30. Juni 2011. Der Bezirk Neukölln kündigt auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) 14 Schulstationen und 49 Jugendprojekten ihre Verträge. Fristgemäß zu Ende September und in Abwesenheit der zuständigen Jugendstadträtin Gabriele Vonnekold. Grund für die Kündigungen sei eine deutliche Kostensteigerung bei den Hilfen zur Erziehung (HzE), die drohten, den Haushalt zu gefährden. Die aus dem Urlaub herangeeilte Vonnekold und der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPW) beeilen sich zu erklären, dass die Kostensteigerungen ein Problem in ganz Berlin seien und der Senat diese am Ende des Jahres ausgleiche, da ein Rechtsanspruch auf diese Leistungen bestehe. Die Familienhelferin Charlotte K.* aus Berlin-Reinickendorf sieht das genauso: „Fachlich ist das Vorgehen nicht zu rechtfertigen und auch politisch willkürlich. Das ist Parteipolitik auf Kosten von Hilfebedürftigen.“ (weiterlesen…)

Mehr Qualität für weniger Geld. Das kann nicht aufgehen.

Charlotte K.* ist Familienhelferin in Berlin Reinickendorf bei einem freien Träger. Mit TatOrt Alltag sprach sie über die Vertragskündigungen in der Neuköllner Jugendhilfe. Die Soziale Arbeit sieht sie unter dem permanenten Druck, beim Sparen helfen zu müssen.

Wie ist die Entscheidung der BVV Neukölln, die Jugendamtsmittel einzufrieren und die Verträge zu kündigen, einzuordnen?
Ich finde es ein sehr merkwürdiges Vorgehen. So ist es auch unter den Kollegen diskutiert worden. Allgemein wurde das eher als Wahlkampftaktik von Herrn Buschkowsky bewertet, der ja gerne zu sehr effektheischenden Maßnahmen greift. Fachlich ist das Vorgehen nicht zu rechtfertigen und auch politisch willkürlich. Das ist Parteipolitik auf Kosten von Kindern und Jugendlichen. (weiterlesen…)

Erschienen: November 11th, 2011
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