Stadtteilzentrum

Bleib’ mir bloß weg mit Heim!

Viele Deutsche wollen ihre Angehörigen lieber selbst pflegen. In Berlin bekommen sie zusätzliche Unterstützung von Freiwilligen.

Berlin, 25.03.2011. Irene Krombach hat eigentlich keine Zeit, mit mir zu reden. Sie hat jede Menge Arbeit vor sich und steht unter einem hohen Erwartungsdruck. Dennoch sitzen wir in ihrem kleinen Büro im Berliner Stadtteil Pankow. Der Frühling hat gerade begonnen und die Sonne spiegelt sich im Display ihres Computerbildschirms. Draußen zeigt das Thermometer zum ersten Mal mehr als zehn Grad Celsius. Frühlingsgefühle kommen bei Irene Krombach aber nicht auf. Sie hat Post von der Senatsverwaltung bekommen. Kaum, dass das Projekt begonnen hat, will der Senat Ergebnisse. “Dass man einen Bericht schreiben muss ist klar. Beim Umfang und der Form dessen, was da gefordert wird, empfinde ich Rechtfertigungsdruck. Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich überlegt habe, ob ich die Sachen aus dem Januar auch schon mit reinschreibe. Auch weil man nicht weiß, wie die Projekte in den anderen Bezirken das handhaben”, sagt Krombach. Den Druck lässt sich meine Gesprächspartnerin nicht anmerken. Sie wirkt ruhig und konzentriert, während sie spricht. Ich esse ihre Kekse und höre zu. Am Ende werden wir fast eine Stunde miteinander geredet haben, bevor sie zum nächsten Termin eilt. (weiterlesen…)