Zivilgesellschaft

Otto säuft. Straßensozialarbeit im Magdeburger Domviertel


Der Zankapfel: Die Klosterwiese im Magdeburger Domviertel.
Foto: Wikimedia Commons; I, VollwertBIT

Magdeburg, Juni 2012:   Auf der Klosterwiese trifft sich regelmäßig eine Gruppe von Jugendlichen, um sich zu betrinken. Am Nachmittag sind sie dicht bis unter den Tellerrand, was der übrigen Bevölkerung den Aufenthalt verleidet. Der Verein Street-Art e.V. nimmt sich nun der Situation am Platz an und bezieht Jugend- und Ordnungsamt mit ein. „Wir bräuchten einen eigenen Ort zum trinken“, wünschen sich die Jugendlichen. Jetzt wird Geld organisiert: für Bänke und einen Grillplatz. Kann das den Jugendlichen helfen? Oder ist das Ganze eher eine Schnappsidee?
Ein Hörstück von Kathleen Eder, Christin Schlüter, Anja Föhlisch, Josefin Schlüer und Daniel Pilgrim

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Haben Sie was von Herrn Bischoff gehört?

Graffiti auf einem Stromverteilerkasten an der Schönebecker Straße in Magdeburg Buckau. Dort steht: Buckau hat eine Zukunft.

Es ist ein sonniger Samstagmorgen und entlang der Martinstraße in Magdeburg-Buckau werfen die Altbauten lange Schatten. Eigentlich läge die Straße immer im Schatten, wären da nicht die Lücken, die die Wohnruinen in das Straßenbild gerissen haben. Dass hier über 80 Millionen Euro in ein Sanierungsprogramm geflossen sind, davon ist auf der Martinstraße wenig zu sehen. Das ist typisch für Buckau. Teilsanierte Häuser, dann ein sehr Modernes, daneben ein völlig Zerfallenes. In den Kellerfenstern stehen Schnaps- und Bierflaschen. Die Ikonen der einstigen Arbeiterklasse. Fast scheint es, als würde sich Niemand hier kümmern. Als wäre es den Menschen egal, wie sie leben. Doch jenseits der hohlen Fassaden halten zwei Männer die Nachbarschaft zusammen. (weiterlesen…)

Im Visier: Die erste Ausgabe

Mitmachen liegt voll im Trend. Glaubt man den unzähligen Aufrufen und Anwerbebotschaften, fehlt es an allen Ecken und Enden. An Taten, Kompetenzen und Ideen. Und weil neustens auch älteren Menschen wieder was zugetraut werden kann, ist eine Sache ganz groß im Kommen. Generationenübergreifendes Engagement.

Auch die Bundesregierung übernimmt mit dem neuen “Bundesfreiwilligendienst” die Zivilgesellschaft jetzt altersunabhängig in ihren Dienst. Natürlich will auch das Jobcenter, dass man ordentlich mitmacht – wegen der “Mitnahme-Effekte”. Wer sich nicht so richtig verpflichten will, kann immer noch für eine NGO als Netzaktivist mitmischen, oder wenigstens eine Revolte via Petition anzetteln. Zumindest ein “Gefällt mir” müsste aber bei Jedem drin sein. Also: für Alle was dabei. Ein echter Zukunftsmarkt eben.

Deshalb widmen wir die erste Ausgabe von TatOrt Alltag ganz dem Thema “Mitmachen”. Die Artikel zum Thema gibt es im September hier auf tatortalltag.de und nur online.

Bis dahin: viel Spaß mit den wunderbaren Dingen des Alltags.